JÄNNER • Der Erzberg ... Eisen auf immerdar

01 Stebner 01 LE Erzberg 

Vor vielen Jahren, so erzählt die Sage, wohnte in der „Schwarzen Lacken“ unweit des Leopoldsteinersees ein Wassermann, der über immense Reichtümer verfügte. Das reizte die Menschen sehr, und da Wassermänner bekanntlich scheue Gesellen sind, griffen sie zu einer List, um seiner habhaft zu werden. Der Ahnungslose konnte einem reich gedeckten Tisch nicht widerstehen und probierte auch noch ein innen mit Pech bestrichenes Gewand. Um wieder in seine Grotte zurückzudürfen, bot er den Männern und Frauen Gold oder Silber für eine begrenzte Zeitspanne oder Eisen auf immerdar an. Die Menschen wählten klug und so konnten unzählige Generationen vom Abbau der reichen Erzlagerstätten leben. 

Urkundlich belegt ist der Abbau seit dem 12. Jahrhundert, als die Eisenbauern das Erz noch aus flachen Gruben gewannen. Im 16. Jahrhundert wurde damit begonnen, Stollen in den Berg zu treiben. Ab 1870 kam Dynamit zum Einsatz, ein Schauspiel, das sich die damaligen Erzberg-Touristen nicht entgehen lassen wollten. Die Technisierung erfasste in weiterer Folge rasch jeden Arbeitsbereich, von der Förderung über den Transport bis hin zur Verarbeitung. Ab 1890 erhielt der Berg dann sein charakteristisches Aussehen, da der stufenförmige Abbau eingeführt wurde. Die ursprünglich 60 Stufen halbierte man später auf 30, die alle Namen von Heiligen oder Bergleuten tragen. 
© Text: Dr. Mirella Kuchling © Foto: Athena Stebner

Zeitlupe Kalender STMK 2020 xx


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